Exkursion der JIIb und JIId des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Weinheim in das ehemalige Konzentrationslager Dachau bei München

Eine Fahrt zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau ist mehr als ein Besuch und bedeutete für die 44 Jugendlichen der Jahrgangsstufe II vor allem eine persönliche und emotionale Herausforderung.

Welche Eindrücke der Besuch Donnerstag, den 19. September 2019 bei den Schülerinnen und Schülern hinterlassen hat, wird in den folgenden Auszügen aus Schülerberichten deutlich:

„Wir gingen einen kurzen bewaldeten Weg entlang zum Eingangstor. Die Atmosphäre war von Beginn an gedrückt. Als wir das Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ durchquert hatten, befanden wir uns auf dem Appellplatz ...An einem Ort zu stehen, eventuell genau sogar auf der Stelle, wo Menschen vor weniger als 75 Jahren durch die Schikane, Willkür und Brutalität der SS-Männer elendiglich gestorben sind, beklemmte mich zutiefst.“

„Auch, wenn man in der Schule schon viele Details lernt, ist es doch etwas anderes die Geschichte vor Ort zu sehen und zu erfahren. Durch den Besuch in Dachau erst wurde mir bewusst, wie groß diese Lager sind, was für Gebäude es gibt, und vor allem wie die Lebensumstände damals waren.“ …

„…Auf den ersten Blick schienen dort alle Gebäude, das ganze Gelände schlicht und harmlos. Dieses erste Bild wurde jedoch im Verlauf des Tages immer mehr in Luft aufgelöst. Die zahlreichen Ausstellung(sräume), die Bilder der Gesichter der Verstorbenen, der Leichenberge und die Überbleibsel [gemeint sind überlieferte Gegenstände] der Gefangenen versetzten einen direkt in diese grausame Zeit zurück. Die grauen kahlen Wände wirkten beengend und kalt. Trotz der zahlreichen Unterrichtsstunden über den Nationalsozialismus und die grausame Brutalität der Nazis wurde man von (…) der dortigen Atmosphäre überwältigt. Es war ein sehr seltsames Gefühl auf dem riesigen Appellplatz zu stehen und zu wissen, dass genau dort, wo man steht, jemand damals vielleicht zusammengebrochen ist.“

Die Herangehensweise der Erkundung durch die Dietrich-Bonhoeffer-Schüler ist alles andere als gewöhnlich, denn eine der Klassen wurde von einem Mitschüler geführt, der auch die gesamte Exkursion im Rahmen einer Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen (GFS) organisiert hatte, die andere Klasse erkundete das Gelände anhand von speziell auf die Lernziele der Klasse zugeschnittene Arbeitsaufträge mit ihrer Geschichtslehrerin.

Durchgängig benutzen die Schülerinnen und Schüler für die Exkursion Attribute wie „sehr bedrückend, einprägsam, bewegend“ und sagten, dass Gedenkorte wie dieser, die Geschichte erst vorstellbar und greifbar machten. Etwas, was ein Unterricht im Schulhaus nicht leisten kann. Denn im Unterricht ist es einfacher, sich von Fotos, auch Filmdokumenten und Quellen in Schulbüchern zu distanzieren und diesen Teil der deutschen Geschichte zu verdrängen.

So zogen die Schülerinnen und Schüler für sich das Fazit: „Obwohl es sehr schwer war, das alles zu sehen, so ist es doch wichtig ,solche Exkursionen zu unternehmen. Nur so kann man gewährleisten, dass Menschen achtsamer werden und so etwas nie wieder zulassen“ bzw. der Besuch eines Konzentrationslagers führe dazu, dass“ man sich noch bewusster und stärker von Populismus und Fremdenhass abgrenzen kann und selbst mehr zu schätzen weiß, wie gut es einem im heutigen Deutschland geht.“

Der Artikel wurde unter Zuhilfenahme der Berichte von Amelie Knapp, Adelheid Kress, Vincent Ebert und Elisabeth Pochtar geschrieben.

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Exkursion KZ Dachau